#1 Schmerz von Sambora 14.03.2007 03:22

[list]Abenddämmerung. Nebel senkt sich sanft über die Stadt, hüllt sie ein. Menschen nur noch durch Umrisse und Schatten erkennbar. Lauer Wind spielt mit den Blättern, hörst Du dieses leise Rauschen? Stimmen im Wind. Ich sitze an der Weser, Lichter spiegeln sich in den Wellen, niemand da, ganz allein mit meinen Gedanken. Sie tun weh. Meine Seele ist dem Zerreissen nah, mein Herz in schmerzenden Ketten gefangen. Ich vermag sie nicht zu brechen, bin zu schwach, doch Du, derjenige, an den ich denke, Du musst stark sein, für Dich, Deine Familie und Freunde! Um mich herum ein Meer aus flackernden Kerzen. Meine Augen funkeln, aber nicht durch das Licht, sie sind glasig, und Tränen lassen sie glänzen. Sie laufen über mein Gesicht, um auf dem Boden zu verdampfen, Salzige Tränen, sie schmerzen wie Salz in der Wunde. Eine Kerze geht aus. Ich schaue sie an, sie steht da ohne Leben, kalt! Ich frage mich, warum es so schnell gehen kann. Eine Kerze ist wie das Leben, mal strahlt es wunderschön und verzaubert die Menschen, und dann, von einem Moment auf den anderen, ist es vorbei. Die Kerze vom Wind erloschen, doch wer hat das Recht, uns aus dem Leben zu reissen, uns zu sagen, es sei Zeit, zu gehen? Einem Menschen, der das Leben erst richtig begonnen hat, seine Pläne zu durchkreuzen? Man sagt, die Welt sei ungerecht, dabei ist das Leben ungerecht, man wird geboren, ohne gefragt zu werden, ob man überhaupt einen Körper besitzen will. Man erfährt Leiden, Liebe, Hass und dann, wenn man sich gerade an das irdische Dasein gewöhnt hat, wird man diesem wieder entrissen. Menschen, die einen lieben, fangen dadurch wieder an zu leiden, ein ewiger Teufelskreis, endlos. Ich sitze hier, weit entfernt von Dir, kann Dir nicht nah sein, das macht mich verrückt. Seit heute liegst Du im künstlichen Koma, es macht mir Angst! Spührst Du was? Fühlst Du die Nähe deines Freundes? Erreichen Dich meine Gedanken? Ich bin nicht körperlich bei Dir aber wenn ich meine Augen schliesse, stehe ich als Dein kleiner schwarzer Engel an Deinem Fussende und wache über Dich! Ich kann Dich sehen, Deine wunderschänen eisblauen Augen sind geschlossen. Du siehst friedlich aus, und dennoch steigt die grausame Angst in mir auf, Dich zu verlieren. Die Geräte piepsen, es ist dein Herz, es schlägt gleichmässig, es darf nicht aufhören. Der Tropf neben Dir, jeder Tropfen, der fällt schallt in meinen Ohr, ich höre jeden einzelen. Höre Deinen Atem, ich will zu Dir, Dich anfassen, gehe zu Dir hinüber, meine zitternde Hand nähert sich Deiner, doch ich greife durch Dich hindurch. Ein schmerzender Schreck durchfährt meinen Körper, ich öffne meine Augen und sehe die flackernden Kerzen. Mein Kopf senkt sich in meine zitternden Hände, ich will nun in den Himmel, ich suche Worte für ein Gebet, doch an wen? Ich knie nieder, falle auf meine Hände, den Kopf gesenkt, leise und mit letzter Kraft sage ich: " Ich flehe Dich an, wen auch immer, nimm ihn mir nicht weg, nicht jetzt, wo wir uns gerade erst gefunden haben!" Weinend sinke ich in mich zusammen, spühre die Kälte des Bodens, doch ich schlafe erschöpft ein, in der Hoffnung, Dich lebendig und gesund wiederzusehen.........[/list:u]

#2 RE: Schmerz von Bonny 15.03.2007 15:42

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Schön süße..du sprichst mir aus der seele..sowas ähnliches habe ich mal in meinem tagebuch verfasst als ich vor fast jetzt 7 jahren meine beste freundin verloren habe..ich bin auch nicht gefragt worden...der unfall ich sehe ihn teilweise wenn ich meine augen schließe noch vor mir..eine träne sucht ihren weg nach unten zum boden jetzt wo ich das gerade schreibe...sie fehlt mir und wird immer in meinem herzen sein...

#3 RE: Schmerz von Rosie 19.04.2007 19:24

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Das geht unter die Haut, wow einfach toll geschrieben.

#4 RE: Schmerz von The-King-Of-Swing 15.11.2009 06:50

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Ich habe mich lange Zeit nicht getraut dieses zu lesen, heute tat ich es und ich muß weinen. Es tut mir so unendlich leid mein Schatz

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